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Stimmung
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10.
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9.
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8.
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7.
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6.
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5.
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4.
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3.
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2.
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1.
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Chor
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1
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C | D | E | F | G | c | f | a | c´ | f ´ | |
|
2
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C | Des | Es | F | G | c | f | as | c´ | f ´ | |
|
3
|
C | D | E | F | G | c | f | a | c´ | e´ | |
|
4
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C | Des | Es | F | G | c | f | as | c´ | es´ | |
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(5)
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C | D | Es | F | G | c | f | a | c´ | es´ | |
|
Alte
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C | D | E | F | G | c | f | a | d´ | g´ | |
|
D-Moll
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D | E | F | G | A | d | f | a | d´ | f ´ | |
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Max.Veränderung
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|||||||||||
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Alte
|
0
|
-0,5
|
-0,5
|
0
|
0
|
0
|
0
|
-0,5
|
-1
|
-2
|
Töne
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D-Moll
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-1
|
-1,5
|
-1
|
-1
|
-1
|
-1
|
0
|
-0,5
|
-1
|
-1
|
Töne
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In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts fanden zuerst in Frankreich und dann auch - mit Ausnahme Italiens - in allen anderen europäischen Ländern, in denen das Lautenspiel in Blüte stand, Experimente mit der Lautenstimmung statt. In dieser Zeit waren über 20 verschiedene Stimmungen in Gebrauch, von denen eine, die sogenannte D-Moll-Stimmung, etwa um 1650 neue Standardstimmung wurde. Sie ersetzte die alte Standardstimmung der Renaissance. Nur in Italien blieb die alte Stimmung für den Liuto Attiorbato und modifiziert für die Theorbe erhalten.
Von den über 20 Stimmungen, die im 17. Jahrhundert in Gebrauch waren, treten fünf als zahlenmäßig bedeutend hervor, da sie in vielen Quellen erwähnt werden. Es sind dies:
1. "Ton de la harpe par b dur" (Wenn
man den 6. Chor als in G stehend betrachtet: G c f a c' f ',
in A-Stimmung: A d g h d'g')
2. "Ton de la harpe par b mol" (G c f as c'f', in A: A d g b
d'g')
3. "Accord extraordinaire par b quarre" (G c f a c'e', in A:
A d g h d'fis')
4. "Accord extraordinaire par b mol" (G c f as c'es', in A:
A d g b d'f')
5. "Mesangeau-Tuning" (von Robert Spencer so getauft, da es
keinen historisch belegten Namen gibt und diese Stimmung
häufig von Mesangeau benutzt wurde: G c f a c'es', in A: A d g h
d'f') - Diese Stimmung bleibt in dieser Ausgabe
unberücksichtigt.
In diesen Stimmungen gibt es eine Fülle von
Lautenmusik, die heutzutage so gut wie gar nicht gespielt wird, vermutlich
aus Unkenntnis der Stimmpraxis jener Zeit oder weil das Umstimmen scheinbar
mühsam ist.
Der vorliegende Band möchte daher einen ersten Anstoß geben,
sich mit dieser Musik zu beschäf-tigen. Das Ergebnis wird sich lohnen,
da einige der besten Lautenisten jener Zeit, wie z.B. René Mesangeau,
fast nur in neuen Stimmungen komponiert haben. Ihre Musik läßt
sich daher nur durch Umstimmen erschließen.
Die überlieferten Stimmanweisungen der historischen
Quellen belegen, daß zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als die alte
Stimmung (in G: G c f a d' g', in A: A d g h e' a') noch üblich war,
die oberen Chöre herabgestimmt wurden, was im Falle der Stimmung
Nr. 4 bedeutet, daß der erste Chor eine große Terz herabgelassen
wird! Dies führte natürlich zu einer sehr geringen Spannung
der Saite, möglicherweise war die dadurch hervorgerufene Klangveränderung
beabsichtigt. Für einen ersten Eindruck der neuen Musik mag diese
Praxis durchaus ausreichen. Spätere Stimm-anweisungen in den historischen
Quellen aus jener Zeit, als die alte Stimmung unüblich wurde, zeigen,
daß die Saitenspannungen inzwischen an die neuen Stimmungen angepaßt
wurden. Dies führte beispielsweise zu der durchaus häufig anzutreffenden
Stimmhöhe in H (H e a c' e' g'), wie sie Thomas Mace noch in der
zweiten Hälfte des 17. Jahrhunders in England empfahl. Die erste
Saite blieb in g', und die anderen Chöre wurden in ihrer Spannung
an die höheren Stimmtöne angepaßt. Auch nach Einführung
der D-Moll-Stimmung waren Umstimmungen durchaus üblich, z. B. nach
A d fis a d' fis' oder nach B d f b d' f' oder sogar H d fis h d' fis',
usw. In letzterem Falle wurde erwartet, daß der 6. und der 3. Chor
um einen Ganzton nach oben gestimmt wurden. Offenbar war das mit den Darmsaiten
des 17. und 18. Jahrhunderts möglich.
Wir können die oben erwähnten Stimmungen auf der Laute jedoch
leicht einrichten, ohne daß Saiten nach oben gestimmt werden müssen.
Um die Stücke dieses Bandes spielen zu können, braucht man eine
10chörige Laute in alter Stimmung, deren drei oberen Chöre herabgelassen
werden oder eine 11chörige Laute in D-Moll-Stimmung, deren 1. Saite
bei Stimmung 1 und 2 in f ' gestimmt bleibt, während die unteren
Chöre teilweise herabgestimmt werden.
Am Beispiel der ersten Stimmung sei dies verdeutlicht:
1. Stimmung (G c f a c' f'/A d g h d' g')
10chörige Renaissance-Laute

11chörige Barock-Laute
herausgegeben von
Ekkehard Schulze-Kurz
